Unterschiede zwischen Universität und Fachhochschule

Symbolbild: Unterschiede zwischen Universität und Fachhochschule

Gleichwertig – aber andersartig.

Wer gerade eben die Sekundarstufe beendet, die Maturität erlangt oder die Lehre abgeschlossen hat, steht an einer wichtigen Stelle – und fragt sich dort: Was nun? Soll man ein Studium beginnen? Oder in einen Beruf einsteigen? Oder auf eine andere Art und Weise weitermachen?

Diejenigen, die studieren wollen – Absolventinnen und Absolventen von Gymnasien, Berufs- oder Fachmaturitätsschulen kennen das – stehen vor einer wichtigen Entscheidung: Soll man an der Universität oder aber an der Fachhochschule studieren? Was ist da überhaupt der Unterschied?

Im Folgenden wird kurz und knapp erklärt, was es mit den Fachhochschulen einerseits, mit den Universitäten andererseits auf sich hat. Vielleicht helfen diese Erklärungen dem einen oder der anderen ja, in Zukunft eine wichtige Entscheidung zu treffen?

Um das Wichtigste vorneweg zu nehmen: Beide Hochschultypen sind «gleichwertig, aber andersartig», wie es immer wieder heisst. Das bedeutet: Der Abschluss ist an beiden Institutionen ist von gleicher Qualität – nur ist etwa der Blick, den man in diesen Institutionen auf die Wissenschaft richtet, in jeweils anders.

Unterschiedlicher Blick auf Wissenschaft

Beim Üben der Aufgaben passieren Fehler – und das ist gar nicht schlimm! Man muss die Fehler anschauen, daraus lernen und es das nächste Mal besser machen. Das ist der zweite Tipp. Genau zu beachten ist also, wo die typischen Fehler liegen, denn im Anschluss ist es möglich, die typischen Fehler zu beheben. Hierbei sollte man die Zeit nicht mit jenen Aufgaben verschwenden, die man eh schon beherrscht; vielmehr gilt es, das zu tun, was man eben noch nicht kann. So lassen sich Lücken schliessen und so wird man in Mathe besser.

Während in der Universität primär auf Grundlagen der Forschung geblickt wird, wird in der Fachhochschule primär auf die Anwendung der Forschung geblickt. Einerseits geht’s also in erster Linie darum, die Grundlagen der Wissenschaft kennenzulernen und sich dabei etwas mit Methoden, Quellen usw. zu beschäftigen. Wie funktioniert Wissenschaft? Andererseits geht’ demnach in erster Linie darum, die Anwendung der Wissenschaft kennenzulernen und sich dabei etwa mit Techniken, etc. auseinanderzusetzen. Was kann man mit Wissenschaft tun?

In der wissenschaftlichen Forschung, also in dem, was Studentinnen und Studenten an der Universität machen, versucht man grundsätzlich Forschungsfragen zu beantworten. Man hinterfragt bestehenden Wissen, lernt kritisch zu denken und Dinge weiterzuentwickeln. In der angewandten Forschung, also in dem, was Studentinnen und Studenten in der Fachhochschule machen, versucht man prinzipiell Forschungsergebnisse zu nutzen. Man entwickelt neue Produkte, lernt praxisorientiert zu denken und Lösungen zu erstellen.

Unterschiedliche Herausforderung im Studium

Die Universität fordert ein grosses Mass an Selbständigkeit bei der Arbeitsorganisation, denn viel muss man alleine und auf eigene Faust erarbeiten. Die Fachhochschule fordert dagegen viel Teamfähigkeit, weil man immer wieder in Gruppen arbeiten muss. Was schwieriger oder einfacher ist, ob Selbstständigkeit oder Teamfähigkeit mehr «Skills»erfordert, ist wohl etwas typabhängig. Je nachdem ist man eher für das eine oder eher für das andere «gemacht», wie man umgangssprachlich sagt.

Wer an der Uni studieren will, muss auch ein Flair für Theorie mitbringen, führt man dort doch immer wieder theoretische Diskussionen, welche nicht direkt mit der Empirie zu tun haben. An der Fachhochschule ist das etwas anders. Wer an der Fachhochschule studieren möchte, sollte auch ein Interesse für Praxis mitbringen, sonst langweilen einem die Debatten, welche man über Probleme des Alltags führt. Auch sollte jemand, der neben dem Studium gerne arbeiten möchte, eher an die Fachhochschule gehen – dort ist dies eher möglich als an der Universität.

Gemeinsamkeiten zwischen Universität und Fachhochschule?

Auch wenn es in den obigen Abschnitten vielleicht etwas anders klingt, so sollte man nicht vergessen: Beide Hochschultypen arbeiten mit Sicht auf die Praxis – nur jeweils auf ihre eigene Art und Weise. Während die Fachhochschulen oft auf Fragen aus der Praxis etwaige Antworten suchen, so gewinnen Universitäten sowohl ihre Fragen als auch ihre Antworten häufig in der Beschäftigung mit der Praxis. Ganz ohne Praxis, wenn man so will, geht es also weder an einem noch am anderen Ort.

Ausserdem gibt es noch eine weitere Gemeinsamkeit von Wichtigkeit, man kann nämlich in beiden Institutionen mit gleichem Zeitaufwand einen Bachelor sowie einen Master absolvieren. Auch die Bewertung erfolgt an beiden Orten in ähnlicher Weise, so durch die sogenannten ECTS-Punkte, wobei man für ca. 30 Stunden Studium einen Credit-Punkt bekommt. Für einen Bachlor-Abschluss, dies nebenbei gesagt, benötigt man typischerweise 180 «Credits». Für einen Master, auch dies zur Info, benötigt man typischerweise 120 Punkte.

Welche Voraussetzungen brauche ich für welche Hochschule?

Zum Ende sei noch an etwas erinnert, was Lehrabgänger, Maturanden und andere Jugendliche zuweilen vergessen. Man soll sich, bevor man sich an einer Universität bzw. an einer Fachhochschule anmeldet, Gedanken machen, was genau machen was studieren möchte. Zu klären ist demnach, ob ein Studium überhaupt an beiden Orten vorhanden ist. Germanistik oder Medizin gibt es zum Beispiel nur an der Uni, Organisationskommunikation oder Physiotherapie zum Beispiel nur an einer Fachhochschule.

Ganz egal wie man sich entscheidet: Schlaufux bietet die optimale Ergänzung zum Schulunterricht vor dem Studium oder der Berufslehre.